Leasing Lexikon

Die wichtigsten Begriffe beim Leasing 

Leasing ist eine interessante Finanzierungsalternative für Unternehmen. Hier finden Sie Begriffe aus dem Leasing-Bereich von A-Z. 

AfA

Abkürzung für "Absetzung für Abnutzung"; steuerlicher Begriff für die Abschreibung. 

Andienungsrecht

Der Leasingnehmer ist vertraglich verpflichtet, auf Verlangen der Leasinggesellschaft das geleaste  Objekt zu einem vereinbarten Preis zu kaufen (sofern eine Vertragsverlängerung nicht zustande kommt). 

Anschlussmietvertrag

Weiternutzung des geleasten Objekts durch den Leasingnehmer nach Ablauf der ursprünglich vereinbarten Vertragsdauer. 

Eigentum

Beim Leasing ist der Leasinggeber üblicherweise juristischer und wirtschaftlicher Eigentümer zugleich. Eine Investition, die über Leasing finanziert wird wirkt sich nicht auf die Bilanz des Leasingnehmers aus und ist somit bilanznuetral. 

Finanzierungs-Leasing

Beim Finanzierungs-Leasing beinhalten die Leasingraten die Anschaffungs- oder Herstellungskosten sowie alle sonstigen Nebenkosten (ohne Einbeziehung von Dienstleistungen, z. B. Reparaturen, Versicherungen etc.) einschließlich der Finanzierungskosten und der Gewinnmarge des Leasinggebers.  Hierbei wird zwischen Vollamortisations-Verträgen und Teilamortisations-Verträgen unterschieden. 

Full-Service-Leasing

Die Leasinggesellschaft übernimmt auch die Finanzierung der Serviceanteile, wie Wartung sowie Reparaturen, Versicherungen usw., des Leasingobjektes. 

Fungibilität

Die Fungibilität bzw. Drittverwendbarkeit der Leasinggegenstände ist aus Sicht der Leasinggesellschaft erforderlich, um Wirtschaftsgüter im Falle von auftretenden Zahlungsproblemen oder nach Ablauf der Vertragslaufzeit weiterverwerten zu können.

Gewährleistungsansprüche

Der Leasinggeber erwirbt beim Kauf eines Objektes Gewährleistungsansprüche gegenüber dem  Lieferanten. Diese tritt er an den Leasingnehmer ab. Der ist nun wiederum verpflichtet, bei Mängeln  seine Gewährleistungsansprüche direkt beim Lieferanten geltend zu machen und auch währenddessen  die Raten an den Leasinggeber weiterzuzahlen. 

Laufzeit

Der Leasingvertrag muss über eine bestimmte Laufzeit abgeschlossen werden; maßgeblich hierfür  ist die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer des Objekts (AfA-Zeit, für die es amtliche Tabellen gibt); die Vertragsdauer muss zwischen 40 Prozent und 90 Prozent der AfA-Zeit liegen. 

Leasing

Der Grundgedanke beim Leasing ist die Gebrauchsüberlassung eines Investitionsgutes (üblicherweise mittel- bis langfristig) auf Zeit gegen Entgelt. Leasingverträge sind somit eine Art Mietverträge. Die Investitionskosten werden überwiegend oder ganz fremdfinanziert. 

Leasingerlasse

Die rechtliche Basis für Leasing bilden die Richtlinien des Bundesfinanzministeriums zur steuerlichen Behandlung von Leasingverträgen vom 19. April 1971 (über bewegliche Wirtschaftsgüter) und vom 22. Dezember 1975 (über Teilamortisationsverträge) und Immobilienleasingerlasse vom 21. März 1972 und 22. Dezember 1991. Nur ihre Einhaltung führt zur steuerlichen Anerkennung der Leasingverträge. 

Leasingfähigkeit

Grundsätzlich gilt, dass die Leasingobjekte drittverwendbar sein müssen; sowohl Immobilien als auch Mobilien. Mobilien aus dem Umlaufvermögen sind zum kurzfristigen Verbrauch gedacht und somit nicht  leasingfähig. Rohstoffe z. B. sind nicht leasingfähig. Wirtschaftsgüter aus dem Anlagevermögen  sind insofern leasingfähig, wenn sie zur selbständigen Nutzung fähig sind und zum mittel- bis langfristigen Gebrauch gedacht sind. Leasingfähig z.B. sind Autos, Druck- und Verarbeitungsmaschinen, landwirtschaftliche Geräte wie Schlepper oder Erntemaschinen sowie   Büromöbel, Computer usw. 

Leasingraten

Betriebsausgaben für die Nutzung eines Leasingobjektes, die beim Leasingnehmer sofort abzugsfähig sind und die linear, degressiv oder mit erhöhter erster Leasingrate gestaltet werden können. 

Mietkauf

Mietkauf wird wie ein Kreditkauf behandelt. Am Ende der Laufzeit geht das Mietkaufobjekt mit Zahlung der letzten Rate in das Eigentum des Mietkaufnehmers über. Die Mehrwertsteuer auf alle Raten wird mit der ersten Rate fällig. Die Bilanzierung erfolgt beim Leasingnehmer, d.h. er aktiviert das Objekt in seiner Bilanz und kann entsprechende Abschreibungsmöglichkeiten nutzen. Der Zinsanteil der Raten   kann als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Zudem können Investitionsförderungen bei Mietkauf berücksichtigt werden. 

Operate-Leasing

Bei Operate-Leasing-Verträgen werden bestimmte Wirtschaftsgüter für kurze Zeit vermietet. Meist werden Wirtschaftsgüter geleast, bei denen sich eine Anschaffung für den Leasingnehmer nicht lohnt. Die geplante Nutzungsdauer (Vertragslaufzeit) ist erheblich kürzer als die technisch mögliche Nutzungsdauer (AfA). Der Leasingnehmer kann am Ende der Vertragslaufzeit das Leasingobjekt zurückgeben. 

Rechtsbeziehung

Im Leasing besteht ein Dreiecksverhältnis zwischen Leasingnehmer, Leasinggeber und Lieferant.

Restwert

Dies ist der Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten, der bei Teilamortisationsverträgen während der Leasingdauer nicht durch Zahlung von Leasingraten durch den Leasingnehmer getilgt wird. Bei dem im Vertrag ausgewiesenen Restwert handelt es sich nur um eine kalkulatorische  Größe, die sich aus Objektwert, Laufzeit und Höhe der monatlichen Rate ergibt. Am Ende der Laufzeit erfolgt ein Abgleich des Marktwertes mit dem kalkulierten Restwert. Somit müssen der  Kaufpreis und der kalkulierte Restwert nicht übereinstimmen. 

Sale-and-lease-back

Der Leasingnehmer verkauft einen in seinem Besitz befindlichen Gegenstand zunächst an den Leasinggeber ("Sale"), um ihn dann von diesem wieder zu leasen ("and-lease-back"). 

Steuern

Die Leasingraten sind steuerlich sofort absetzbar. Seit dem 01.01.2008 muss ein pauschaler Zinsanteil von 5 Prozent der Leasingraten bei der Gewerbesteuer hinzugerechnet werden. 

Teilamortisationsverträge

Mit den vereinbarten Leasingraten wird nur ein Teil der gesamten Anschaffungskosten innerhalb der für das Leasingobjekt festgelegten Vertragslaufzeit getilgt. Am Ende der Grundmietzeit bleibt ein noch nicht amortisierter Betrag bestehen, d. h. ein im Voraus kalkulierter Restwert. 

Vollamortisationsvertrag

Die während der Vertragsdauer entrichteten Leasingraten amortisieren in voller Höhe die Aufwendungen des Leasinggebers. Am Ende des Vertrages kann der Leasingnehmer das Objekt zurückgeben, erwerben oder den Vertrag verlängern.